Patenschaften mit Senioren

VON MICHAEL KASISKE, 25.11.07, KSTA

Wesseling – „Jung und Alt leben doch in Parallelwelten, und da ist viel Austausch nötig“, erklärte Harald Nauroschat von der Wesselinger Bürgerstiftung. Um einen Austausch zwischen den beiden Welten zu ermöglichen, hatte die Bürgerstiftung jüngere und ältere Menschen ins Rheinforum eingeladen und freute sich über rund 300 Besucher.

Auf dem Programm standen gemeinsame Spiele, eine Aufführung der Kindertagesstätte Regenbogen und ein Vortrag von Professor Christoph Jacobi über neue Operationstechniken für Menschen im fortgeschrittenen Alter. Der in Bornheim lebende Schauspieler Günter Lamprecht erzählte aus seinem Leben und betonte. „Ich bin seit über zehn Jahren im Vorgebirge zu Hause, was auch daran liegt, dass das Stammhaus für meine Gesundheit das Wesselinger Dreifaltigkeitskrankenhaus ist“. Die Firma Basell hatte das Mittagessen gestiftet, was von Auszubildenden, der Jugendfeuerwehr und der Jugend der KG Prinzengarde serviert wurde.

„Dieser Tag sollte Initialzündung sein, und es ist fantastisch, dass er das mit diesem Projekt nun auch sein wird“, freute sich Nauroschat nach einem Gespräch mit Dirk Berger, dem Konrektor der Albert-Einstein-Realschule. Denn die Schüler der Schule wollen Patenschaften mit älteren Menschen eingehen.

Zum einen können die Schüler zwischen 14 und 16 Jahren den älteren Menschen vorlesen, beim Einkaufen helfen oder ihnen sogar in der Schule Computerkurse geben und zum anderen: „Unsere Schüler profitieren von der Lebenserfahrung und stärken so durch das konkrete Handeln ihre Sozialkompetenz“.

Die 14-jährige Jeanette Rollkowski war einer der zwölf Schüler der Albert-Einstein- Schule, die im Rheinforum dabei war und zu einer solchen Patenschaft bereit ist. „Wenn ich alt wäre, würde ich mich auch freuen, wenn Jugendliche mal vorbeikämen und den Erzählungen der älteren Menschen zuzuhören ist bestimmt spannend, denn früher war ja doch vieles anders“. Die Bürgerstiftung will die Patenschaften zwischen Jung und Alt nun organisieren.

Alt trifft Jung am 24.11.2007 im Rheinforum 10:30h

Von einem „Leuchtturmprojekt“ sprach Harald Nauroschat in Zusammenhang mit der neuesten geplanten Veranstaltung der Bürgerstiftung Wesseling. Um junge Menschen für die Probleme älterer Bürger zu sensibilisieren, lädt die Bürgerstiftung am 24. November zwischen 10 und 15 Uhr zu einem ganz besonderen Meeting ins Rheinforum ein.

Unter dem Motto: „Jung trifft Alt“ wollen sie junge und ältere Menschen zusammenbringen – mit dem Ziel, ein Netzwerk zu gründen. Wie Harald Nauroschat erklärte, würden junge und alte Leute oft in Parallelwelten leben. „Diese wollen wir aufbrechen“, damit einer vom anderen profitiert.“

Toll fänden es die Organisatoren, wenn viele interessierte Menschen aller Generationen am 24. November ins Rheinforum kämen. Probleme sollen dort erörtert und vielleicht sogar schon gelöst werden.
Auch gilt es, Kontakte herzustellen, Patenschaften vorzustellen und zu übernehmen. Schulklassen aber auch Ausbildungsbetriebe wurden bereits angeschrieben.

Außerdem steht ein Interview auf dem Programm. Chefarzt Dr. Norbert Göke vom Dreifaltigkeitskrankenhaus wird mit Schauspieler Günter Lamprecht über das Leben des Schauspielers, aber auch über die Beschwerden im Alter plaudern. Einen Fachvortrag über das Thema „Operationen im höheren Alter“ wird Professor Christoph Jacobi halten. Weitere Auskünfte gibt es unter Telefon (0 22 36) 4 47 30

(Kölnische Rundschau)