Gala für Wesselinger Oskar-Preisträger

Wesseling – Am Samstagabend verlieh die Wesselinger Bürgerstiftung zum zweiten Mal den Preis an jene, die sich in verschiedener Hinsicht für die Stadt besonders verdient gemacht haben. 80 Bewerbungen für die Auszeichnung waren in den vergangenen Wochen eingegangen. Ein sechsköpfiges Gremium hatte schließlich über die Oskar-Würdigkeit zu entscheiden. Verliehen wurde der Preis in den Kategorien Sport, Kultur, Industrie / Handwerk / Wissenschaft, Soziales, Jugend sowie für das Lebenswerk.

„Die Entscheidung ist uns vor allem in den Bereichen Soziales und Kulturelles schwer gefallen“, sagt Harald Nauroschat von der vor fünf Jahren ins Leben gerufenen Bürgerstiftung. Bei einer festlichen Gala mit buntem Kulturprogramm dankte die Stiftung nun den Preisträgern samt ihrer Familien und überreichte den Pokal sowie ein Preisgeld von jeweils 500 Euro. Den Oskar aus Glas und Plattgold hatte der Wesselinger Künstler Torsten Gripp entworfen.

„Zu Frau Bornheim kann man immer kommen. Wenn sie kann, hilft sie jedem.“ Diese Sätze einer Nachbarin hatten schließlich den Ausschlag gegeben, den Oskar für soziales Engagement an Marga Bornheim zu vergeben. Bereits als Leiterin der Caritas ist sie für andere tätig. Doch die Liste ihrer ehrenamtlichen Aufgaben ist noch viel länger: Mittagessen und Frühstück für Senioren macht sie ebenso wie Deutschunterricht und Tanzen mit Immigrantinnen, Heiligabend für Alleinstehende – um nur einiges zu nennen.

In der Kategorie Kultur fiel die Wahl schließlich auf Christa und Johannes Becker, die im Jahr 1982 die Katholische Öffentliche Bücherei der Pfarrei St. Andreas aufgebaut hatten. Seit dieser Zeit erhalten sie die Bücherei mit 14 000 Ausleihungen pro Jahr ehrenamtlich am Leben.

Die Würdigung nicht mehr erleben konnte Lorenz Meschede. Im vergangenen Jahr war der Bäckermeister verstorben. Doch „Wesseling darf sich glücklich schätzen, einen der zehn besten Bäcker Europas in seinen Mauern zu wissen.“ Mit diesen Worten begründete Tilmann Kinkel die Oskarvergabe posthum in der Kategorie Handwerk. Im Jahr 2008 war Lorenz Meschede von einer Jury zu Europas besten Bäckern gekürt worden. Ein weitere Grund für die Vergabe an den leider Verstorbenen war laut Nauroschat: „Der Preis soll auch andere motivieren.“

Ein weiterer Oskar wurde an Professor Neven Olivari vergeben, den jahrelangen Chefarzt der Plastischen Chirurgie am Dreifaltigkeits-Krankenhauses. Als das Lebenswerk des über Deutschland hinaus bekannten Mediziners gilt nicht zuletzt der Aufbau der plastischen Chirurgie der Wesselinger Klinik.

In der Kategorie Sport ging der Oskar an Nildem Kayas, Europameisterin, deutsche Meisterin und schließlich Weltmeisterin 2008 in der Kampfsportart Taekwondo. Und schließlich wurde der Preis für die Jugend an die Wesselinger Jugendfeuerwehr übergeben.

„Ich habe sehr großen Respekt vor den Preisträgern“, resümiert Harald Nauroschat die diesjährige Oskarvergabe. Zwar gab es keinen roten Teppich wie beim Vorbild aus Hollywood. Doch festlich ging es dennoch zu im Rheinforum, wo noch bis tief in die Nacht hinein gebührend gefeiert wurde.