Dem Urknall auf der Spur

Von Detlev Junker (Brühler Schlossbote)

Wesseling. „Näher als wir war noch niemand am Urknall“, sagte Professor Otmar Biebel. Der Physiker referierte auf Einladung der Bürgerstiftung Wesseling im Rheinforum. „Mit Lichtgeschwindigkeit zurück zum Urknall“ so das Thema, über das der in Wesseling geborene Wissenschaftler sprach.

Einem Vortrag, zu dem er eigens aus München nach Wesseling gereist war. Die vielen Zuhörer folgten ihm begeistert bei seinen Ausführungen. Anschaulich, verständlich und humorvoll referierte der 46-Jährige über die Arbeit mit dem weltweit größten Teilchenbeschleuniger. Es handelt sich dabei um einen 27 Kilometer langen Ring mit vier Experimentieranlagen.

Eine Anlage, die in der Nähe von Genf in einhundert Metern Tiefe betrieben wird. Hier wurde im März der weltweit größte Physikversuch der Menschheit durchgeführt. Bei der Entwicklung dieses Teilchenbeschleuniger war Professor Biebel mit zahlreichen anderen Wissenschaftler betätigt. „Das Besondere ist, das wir über geographische und politische Grenzen hinweg arbeiten“, sagte Biebel. Rund 3000 Physiker aus 35 Ländern und 180 Instituten seien an dem Projekt beteiligt.

Die Federführung liegt bei der europäischen Organisation für Kernforschung CERN. Ziel der Forschung ist es einen Rückblick auf die Entwicklung des Universums zu werfen. Welche Prozesse haben seit dem Urknall stattgefunden – so die Frage, welcher wissenschaftlich nachgegangen wird.

Das Interesse an dem Vortrag war groß. „Das liegt sicherlich auch daran, dass wir als Bürgerstiftung einen neuen Weg gegangen sind“, sagte Harald Nauroschat, Gründer und Vorstandsvorsitzender dieser Vereinigung. Die Bürgerstiftung habe erstmals gemeinsam mit anderen Organisationen und Institutionen zusammengearbeitet. Dazu zählen der Kunstverein Wesseling, die Kolpingfamilie Wesseling und dem Förderverein Wesselinger Krankenhaus.